Ogni inizio contiene una magia...

18Sept2013

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben. 

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten. 

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Hermann Hesse

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Heute vor genau einem Jahr startete meine Reise! Und nun - nachdem ich seit ein paar Wochen nach Deutschland zurückgekehrt bin - möchte ich ein Resümee ziehen.

Frei dem bekannten „Ich packe meinen Koffer und nehme mit...“, öffne ich euch hier meinen materiellen und immateriellen "Herzens-Koffer", den ich von Italien zurückgebracht habe...


„Ich packe meinen Koffer und nehme mit: ...

... einige Paar abgelaufene Schuhe, aber auch wunderschöne italienische Winterstiefel (ach so, ja, auch abgelaufen)! ;-)

... das beste Carbonara-Rezept der Welt!

... italienische Gelassenheit (?!!!!)

... die Angewohnheit, das abgespülte Geschirr nass in den Schrank zu stellen.

... ab sofort sage ich auch in Deutschland ab 14.00 Uhr „Guten Abend!“

... eine Contraden-Fahne, aber hallo! ;-)

... Mitschriebe auf Italienisch - gelegentlich unterbrochen von „?!? Hä? Wer war nochmal Andreotti? Und was bedeutet sussidiarità?“

... fantastische Mensa-Momente mit noch fantastischeren Leuten!

... apulischen Sand, römische Aperitivo-Träume und sizilianische Thunfisch- und Schwertfisch-Fantasien!

... die deutsche Marmelade alias Allnatura-Aufstrich (ergibt mit Brot und Ei das colazione tedesca = deutsches Frühstück) ;-)

... eine neue Regenschirm-Kollektion! (Ich hab ja den braunen Gürtel im Pfützen-Umspringen... :-P)

... meinen Freund Leo, das Wörterbuch, was immer zu Hand war!

... eine waghalsig geklaute Tasse von unserem Lieblings-Café in der Piazza!

... witzige Erinnerungen an den tollsten Friseur der Welt! (von Merkel, dem Papst und dem Missverständnis mit den Locken...)

... eine neue Methode des Bananen-Öffnens dank russischer Unterstützung! (Wo ist bei euch oben und unten? Und auf welcher Seite öffnet ihr euch eigentlich eine Banane?)

... ganz wunderschöne Erinnerungs-Fotos (die einen so zum Lachen bringen, dass man trotz Kopfweh weiter macht)!

... meinen heißgeliebten Internet-Stick, der eine so perfekt funktionierende Internetverbindung gezaubert hat ;-)

... Antikörper für italienische Grippe-Viren.

... das tolle Gefühl, als ich mein erstes wissenschaftliches Buch auf Italienisch gelesen hatte und die erste „Hausarbeit“ auf Italienisch abgeschickt war!

... Die Vino-Rosso-Spritze von Mefs Party und einige Rotweinflecken auf den Klamotten! ;-)

... meinen codice fiscale, die Conad-Karte, den Bib-Ausweis, den Sport-Ausweis, den Bus-Ausweis und allerhand andere Kärtchen und Belege...

... meinen Italien-Hut! <3

... neue fünf-Euro-Scheine, über die ich mich wegen Verdacht auf (Monopoli-) Falschgeld bei der berühmten sienesischen Pleite-Bank beschwert hatte... uups!

... die leckere Erinnerung an Flädle-Suppe, Pfannkuchen und Grießnockerl und die überraschende Wow!-Das-kann-man-ja-essen-Reaktion unserer italienischen Freunde! ;-)

... den Koffer, der nach mehrmaligen sienesischen Kopfsteinpflaster-Fahrten nun generalüberholt werden muss.

... natürlich viel amore! amore! amore!

... das beinahe tägliche Cappuccino-Trinken und dolce-Essen für unschlagbare 1€

... Piazza-Momente - oder auch: dem Turm beim Wandern zuschauen <3

...

... vor allem aber nehme ich mit: ganz wunderschöne und unvergessliche Begegnungen und Momente mit euch! Wir hatten eine so glückliche und lebendige Zeit miteinander! Was gibt es für ein schöneres Mitbringsel im "Herzens-Koffer"?"

 

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Mit diesem letzten Eintrag endet mein Berichten über mein Auslandsjahr in Siena.

Ich danke euch allen von Herzen für all die schönen Gesten und Gedanken, die ihr mir während meiner Zeit in Siena habt zukommen lassen!

Lena

 

 

Dieser Blog wird in Kürze offline gehen.

SICILIA !

12Juli2013

Wo isst man schon am Morgen ein riesiges brioche zusammen mit der besten granita Italiens und ordentlich Sahne? Woher kommen die cannoli (Süßigkeit mit Ricotta und Pistazien)? Wo bekommt man frischen Thunfisch und Schwertfisch? Wo ist die Heimat der arancini (frittierte Reisbällchen mit Ragout-Füllung)? Richtig: Auf SIZILIEN!

Wenn ihr jetzt denkt, dass ich hier außer essen nichts anderes mache, dann liegt ihr damit gar nicht so falsch - bin jetzt ja auch im Urlaub, da mach’ ich erst mal gar nichts! ;-)

Nach den letzten stressigen Tagen in Siena bin ich durchaus etwas wehmütig aufgebrochen. Vom Flugzeug aus, welches mich direkt von Florenz nach Catania gebracht hat, hatte ich eine tolle Sicht auf mein altes neues Heimatland und ich nehme sogar an, Siena von oben gesehen zu haben!
Geplant hatte ich zunächst eigentlich, die Strecke per Bus zurückzulegen, allerdings haben mir alle Italiener wegen der süditalienischen Straßenverhältnisse vehement davon abgeraten :-).
Ich bin auf Einladung meiner sizilianischen Mitbewohnerin hier her gekommen, gemeinsam schauen wir uns in sechs Tagen entspannt die Ostküste Siziliens an – also die schönsten Flecken zwischen Messina und Siracusa. Wir wohnen etwas nördlich von Catania am Fuße des Ätnas ganz in der Nähe des Meers.
Zunächst haben wir uns die Umgebung angeschaut – die einzelnen Dörfer sind alle eng beieinander gebaut und die Straßen gleichen einem Labyrinth. Überall liegt noch Vulkan-Asche, auch momentan regnet es ab und an statt Wassertropfen Vulkangestein. Die Kommunen rund um den Ätna bekommen es allerdings nicht auf die Reihe, die Straßen, Häuser und öffentlichen Plätze zu reinigen – sei es aufgrund von Geldmangel oder wegen anderer „Geschäfte“. So stapeln sich mancherorts an den Straßenrändern Müllsäcke voll Vulkan-Asche. Die Hausbesitzer – die natürlich freiwillig hier (mit dem Vulkan) leben, zahlen die Reinigungskosten der Dächer, Gärten und Pools aus eigener Tasche.  Am Hafen sind wir in eine ursprüngliche pescheria (Fischmarkt), und haben den frischen Fang in Augenschein genommen: ein Augenschmaus! Neben Schwertfisch und rotem Thunfisch lagen da Seeigel, Krabben, Muscheln und Krebse in unterschiedlichen Größen und Farben und vielerlei anderes Fischgetier, zum Teil noch lebend. Am Abend haben wir dann den frischen Fisch und anderes Getier verspeist – ich wusste gar nicht wohin mit meinen „Oooohs“ und „Aaaahs“. Es gab großen und kleinen Fisch gebraten, mariniert, paniert... Tatsächlich landete ein Seeigel auf meinem Teller und dann habe ich mir nochmal von den Profis erklären lassen, wie man am besten im Restaurant die Garnelen zerlegt – zwischen den ganzen leeren Miesmuschel-Schalen und den abgetrennten Sardinenschwänzchen! ;-)

Am darauffolgenden Tag führt uns unser Mini nach Aci Castello - eine Stadt mit einer alten Festung im Meer und einem wunderschönen Blick auf die Küste. Des weiteren fahren wir in die Höhenlagen des Ätnas bis zu den Lavafeldern und machen einen Spaziergang. In Taormina genießen wir abends eine ausgezeichnete Pizza – ich mit Schwertfisch und Mandeln – und den traumhaften Blick auf die beleuchtete Küste.

Ein Tagestrip bringt uns in den Süden, nach Siracusa und später ans wunderschöne Meer. In Siracusa bestaunen wir bei brütender Hitze die römischen und griechischen Überreste der Amphitheater und das „Ohr des Dionysios“. Abkühlung finden wir an einem Küstenstreifen, der Fontane Bianche genannt wird – das Meer und der Sand waren wirklich traumhaft! Abends genießen wir Pasta alla Norma (mit Tomaten, Ricotta, frittierten Auberginen und Basilikum) und frischen Thunfisch vom Grill mit Salmoriglio – auf Sizilianisch salamurigghiu – eine typisch sizilianische Salsa die zum Fisch gereicht wird. Sie besteht aus Olivenöl, Knoblauch, Oregano, Zitronensaft und frischer Petersilie. Das müsst ihr auf jeden Fall nachmachen!

An meinem letzten Tag fahren wir noch einmal nach Taormina, diesmal sieht das Städtchen ganz anders aus, „anders schön“! Wir genießen das Meer auf der „Isola Bella“ und fahren dann mit der Seilbahn in die Stadt hinauf. Genial! Abends gab’s dann frisch gemachte Arancini und einen guten sizilianischen Wein!

Wer also Lust auf Sonne, gutes Essen und Meer hat, der ist hier genau richtig! Ich sag’ dann jetzt schon mal guten Appetit! :-)

 

It's Seeigel-Time! :-P Blick von Aci Castello aufs Meer. Sicilia. Wir waren hier! Unterhalb der Festung in Aci Castello - Lava-Land. 'Wanderung' am Fuße des Ätnas.  Von der Lava erdrückte Bäume. Hinter den Wolken...ey ey ey  Schatten. Gesucht und Gefunden. Amphitheater Siracusa. 'Orecchio di Dionisio' - das Ohr des Dionysius. Fontane Bianche - Abkühlung olé!  Blick von oben: die Isola Bella - 'Schöne Insel' unterhalb von Taormina. Die Italiener am Strand - 'Ähm, Entschuldigung, Sie stehen auf meinem Handtuch!' 

Palio 2013 - che emozione!

04Juli2013

Eine Sache vorweg – ob mir die Sienesen nach dem Palio sympathischer oder unsympathischer sind, das konnte ich bislang mit mir selbst noch nicht klären. Eines steht allerdings definitiv fest: Era la prima e anche l’ultima volta che ho visto il Palio essendo in Piazza – Es war das erste und letzte Mal, dass ich den Palio in der Piazza gesehen habe! Das nächste Mal möchte ich mit einer Granita (ital. Eis-Getränk) in der Hand den Palio ganz entspannt vom Sofa aus im Fernseher verfolgen! ;-)

Erwartungsgemäß begann das „Palio-Chaos“ schon einige Tage vorher – ganz Siena war ein Fest! Ich denke in den Tagen des Palios läuft hier nichts anderes – da arbeitet auch kein Sienese – höchstens „Palio-Vorbereitungs-Arbeit“. Es wurde von früh bis spät gesungen, überall waren aus allen Ecken der Stadt die tamburini – die Trommler zu hören. Ständig war irgendwo eine Gasse abgeriegelt, weil hier und da ein Contraden-Fest abgehalten wurde.

Auch die Piazza wurde natürlich präpariert: die Besuchertribünen wurden aufgebaut, der Tuff-Boden für die Pferde-Rennbahn wurde aufgetragen, die Absperrungen wurden angebracht. Vor dem Tag des Palios fanden diverse „Proben“ statt und es waren Unmengen an Menschen in Siena. Irgendwie ist die Stadt halb explodiert – das war für mich schon fast too much, schließlich bin ich ja nicht im Urlaub hier, sondern habe auch meine Dinge zu erledigen. Vor allem Amerikaner säumen momentan die Straßen... Und die ganzen Familienangehörigen aus den Contraden strömen natürlich aus ganz Italien zum Palio nach Siena. So war das dann in den Tagen vor dem Palio... morgens um 6.30 ging es los mit Trommeln und nachts um 3 konnte man immer noch das Contraden-Lied hören und die Alkoholfahnen riechen! Amüsant finde ich, dass alle Italiener um mich herum, die nicht aus Siena kommen, dieses ganze „Palio-Gehabe“ für völlig abgehoben, gestört und für verrückt erklären und jeder im Vornherein hoffte, dass auf keinen Fall die Contrade gewinnt, in der sie wohnen! Die wissen warum! :-)

Am Dienstag – 2. Juli – Tag des Palios - sind wir dann schon gegen 14.00 Uhr in die Piazza, da wir einen guten Platz erwischen wollten. So standen und saßen wir dann den ganzen Nachmittag mit Wasser, Sonnencreme und Sonnenhut ausgestattet in der brütenden Sommer-Piazza-Hitze und haben gewartet. Gegen 15.00 Uhr wurde der Tuff-Boden mit Wasser bespritzt und alle Wartenden bekamen ebenfalls eine Gratis-Dusche! Eine willkommene Abwechslung! Später sind wir dann abwechselnd in sämtliche Eisdielen rund um die Piazza und haben uns mit Granita und Eis versorgt, oder haben zur Abwechslung italienische Kreuzworträtsel „gelöst“. Gegen 17.00 Uhr wurde dann die Piazza abgeriegelt, gegen 17.30 Uhr begannen die Contraden mit ihrer Prozession. Jede Contrade war durch ca. 10 Personen vertreten, die alle in ihren jeweiligen mittelalterlichen Kostümen „verkleidet“ waren – inklusive lustigen ABBA-Perücken! ;-) Außerdem bekamen wir zum ersten Mal die prächtigen Pferde mit den infantini (Reiter) zu Gesicht, die später während des Rennens gegeneinander antreten würden. Auch die historischen Contraden, die heute nicht mehr existieren, waren vertreten. Am Ende kam ein großes Gespann – von weißen Ochsen gezogen – mit dem Seidenbanner (dem „Siegerpokal“) in die Piazza: Großes Geschrei von allen Seiten!

Gegen 19.30 Uhr war die Prozession dann vorbei und die Pferde kamen mit den infantini zur Startlinie. Die Stimmung in der Piazza war unglaublich – in der Luft lag nicht nur Schweiß (ich habe schon lange nicht mehr so viele unterschiedliche Körpergerüche auf einmal gerochen – mittelalterlich halt), sondern vor allem Nervosität, Anspannung.... Und plötzlich war es totenstill. Die Amerikaner mussten aufhören zu lachen und auch sonst war der Spaß vorbei. Übel wurden die beschimpft, die die Regeln des Palios nicht befolgten, also zum Beispiel mit dem Handy Fotos machten und dadurch die Sicht auf die Pferde versperrten. Viele Touristen hatten Fragezeichen im Kopf: „Sind die Sienesen eigentlich verrückt? Entspannt euch, das ist ein Pferderennen!“ – Weit gefehlt. Das ist kein Spaß, das ist ALLES!

Die Startaufstellung wurde verkündet und die Pferde nahmen ihre Positionen ein. Wir standen vielleicht 10 Meter von der Start- und Ziellinie entfernt und konnten daher alles einigermaßen gut beobachten.

Dieses Mal kamen fast alle Palio-Teilnehmer aus zerstrittenen Contraden, das heißt, die Rivalität zwischen den infantini war gewaltig. Aus allen Ecken der Piazza kamen gestört aggressive Hetzen. Die infantini schlugen sich zum Teil gegenseitig mit ihrem Stock, den sie in der einen Hand hielten. Die Pferde scherten nervös in alle Richtungen aus. Da die Reiter nicht ordentlich ihre Startaufstellung einnehmen konnten, wurde diese 5 Mal abgebrochen (inklusive „Fehlstart“) und die Stimmung in der Piazza war um einiges gereizter – und plötzlich ging es los! Alles bebte, die Hitze und die Stimmung waren unglaublich. In der gefährlichen Kurve wurde ein Reiter von einem anderen vom Pferd gestoßen – die Contrade war rein theoretisch trotzdem noch im Rennen – sie kann auch ohne infantino gewinnen, Hauptsache das Pferd kommt als erstes ins Ziel. Es waren allerdings drei Runden zu bewältigen, der Reiter stürzte schon in Runde 1. Glücklicherweise ist aber glaube ich kein Pferd gestürzt, wenn dann hätte ich es sicherlich vor lauter Trubel nicht mitbekommen.

Am Ende gewann die Oca-Contrade (Oca bedeutet Gans) - Und wir schauten, dass wir schnellstmöglich von unserem Platz wegkamen, denn natürlich sind alle zum Ziel geströmt. Ich habe dann nicht mehr viel mitbekommen, nur weinende Männer, schreiende Frauen und verstörte, hysterische Gesichter. So bin ich dann relativ gemütlich und mega verschwitzt um 20.45 Uhr duschen gegangen und danach müde ins Bett gefallen! :-P Ich habe den Lärm einfach überhört!

Am nächsten Tag habe ich dann morgens um 10 gesehen, dass die Piazza schon wieder sauber gemacht wurde und der Großteil der Tribünen schon wieder abgebaut war. In der Mensa habe ich dann mitbekommen, welch verstörende Reaktionen am Abend in Siena zu beobachten waren. Ich kann und will das auch nicht verstehen, denn irgendwo ist auch mal Schluss mit lustig. Den Reiter des Pferdes, welches als Zweites ins Ziel kam, haben sie noch am selben Abend so sehr zusammengeschlagen, dass sein Becken gebrochen ist. Uneinigkeit herrschte lediglich darüber, ob er von den Leuten aus der eigenen Contrade zusammengeschlagen wurde, weil er ihnen nicht zum Sieg verholfen hat, oder ob es contradaioli, also Angehörige aus der verfeindeten Contrade waren. Während des Palios ist anscheinend alles möglich! Ich denke ich tat gut damit, den Abend zu verschlafen! Und doch...

Eine sehr gute italienische Freundin von mir sagte abschließend über den Palio:

„Il mio primo Palio... quante emozioni e tensioni si captavano nell'aria! Prendi da ogni terra ciò che c'è di più bello, le sue passioni.“

Das heißt übersetzt so viel wie: 

"Mein erster Palio... Es lagen so viele Gefühle, so viel Aufregung und Anspannung in der Luft! Nehme von jedem Flecken/ von jedem Ort das mit, was ihn ausmacht, was dort am Schönsten ist – seine Leidenschaften." (Auf italienisch klingt’s viel besser! :-) Danke Mef!)  

Eine kleine Anmerkung noch zu den Bildern im Anhang: Ich habe die Spiegelreflex zu Hause gelassen, ich war nicht so mutig und habe sie in die Piazza genommen und bei all dem Gedrücke und Gedränge tat ich sicher gut damit. Die Bilder im Anhang stammen allesamt von Erasmus-Freunden, von Spaniern, Russen, Italienern... Namentlich nennen möchte ich hier vor allem meine Freundin Cristina, die auf ihren facebook-Account regelmäßig tolle Fotos aus Siena hochstellt (https://www.facebook.com/AkrisPhotography).

Das Video habe ich auf Youtube gefunden – etwas verwackelt, aber es zeigt exzellent die Stimmung in der Piazza – seht selbst!

Und so schließt sich der Kreis mit dem Schreiben meines Auslandsblogs über Siena von Siena aus – dass er mit einem Eintrag über den Palio endet, das ist für mich ein ganz besonderer Moment. 

 

29. Juni. Eine der ersten Proben für den Palio. ... 2. Juli. Teil der Prozession. ... Es ist Zeit... Eines meiner Lieblings-Fotos von Cristina! Die Contraden-Kinder. Contradaioli der Oca-Contrade. 2. Runde. Oca auf Platz 1, gefolgt vom 'Feind' Torre. Danach Lupa und Valdimontone. Verschwitzt und kurz vor unserer 'Flucht'! :-) Heiligsprechung des Palio-Pferds in der Lupa-Contrade.

Steve McCurry in der Aula Magna

13Juni2013

ErGreiFend, FarBvoLL, BegEiSternD, GäNseHAut-auSlöSend, WeRTvoLL, beRüHrend, ErSCHreckenD, FasZIniErEnd, EcHT, AtEm-RaUBend, unHeiMLich, BeTrÜckenD.

EcHT.

Heute - nach anstrengenden Lernstunden - eine Abwechslung in der Aula Magna der Fakultät. Steve McCurry war zu Gast und hat uns mit seinen "Bildern" (was für ein untertriebenes Wort für diese Werke) in eine andere Welt gebracht. Nach Afghanistan, Tibet, Manhattan, ...  Die Ajektive oben beschreiben ihre Wirkung, die kleinen Andekdoten, die er vorgetragen hat, haben diese Wirkung vollendet.

Morgen öffnet eine Fotoausstellung in Siena mit seinen Bildern!

Sharbat. McCurry erklärte, wie das Foto zustande kam. FOUND! Das gleiche 'afghanische Mädchen' Jahre danach... ... ... .

Ein italienischer Frühling der anderen Art...

30Mai2013

Es ist fast Juni, wir sitzen hier warm eingepackt in unseren Hoodies in der zugigen Bib, man hat das Gefühl es sei November. Jupiter meint es nicht gut mit uns, es regnet wie aus dem Feuerwehrschlauch, manchmal donnert es und blitzt. Wo bleibt die Wärme und die Sonne? Wo bleibt das Piazzawetter? Wo bleibt das Sonnenbrillenwetter? Wo bleibt das Eiswetter? Das Meerwetter?
Ich kann mich nicht daran erinnern jemals Ende Mai Winterstiefel getragen zu haben! Und das im Land der Sonne! Sachen gibt's!

Diese Woche habe ich meine Hausarbeit über die 68er abgegeben, sono stata solo un piccolo po' orgogliosa (ich war nur ein kleines bisschen stolz)! ;-) Das gibt einem schon einen unglaublichen Kick, wenn man solche Projekte positiv abschließen kann! 
Heute geht es gleich weiter mit der Lernerei, bald sind Klausuren! 

Letztes Wochenende war eine Freundin zu Besuch, die von September bis März ebenfalls hier Erasmus gemacht hat. Solche Wiedersehen sind einfach schön! In diesen Momenten merke ich auch wieder, welch wunderbare Menschen ich in so kurzer Zeit kennen lernen durfte!

Unten findet ihr Handyfotos von der vergangenen Woche! 

 

Ein WOW-Moment - die Sonne scheint! Auf dem Weg zur Uni. Bei Pino in der Piazza - exquisiter Aperitivo mit Cocktail zur Feier des Tages für 5 Euro! Spanisch-Italienisch-Deutsche Freundschaft Fernblick. #Lieblingsbar - Sizilianisch-Deutsches Equilibrium

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